Künstlerinnen im Fokus

Ob in internationalen Museen, großen Ausstellungshäusern oder regionalen Sammlungen: Künstlerinnen rücken zunehmend in den Mittelpunkt
Ausstellungsansichten Wiener Moderne

Künstlerinnen im Fokus

© KMK, Foto: Agnes Winkler

Ob in internationalen Museen, großen Ausstellungshäusern oder regionalen Sammlungen: Künstlerinnen rücken zunehmend in den Mittelpunkt. Werke, die lange wenig Beachtung fanden, werden neu entdeckt, erforscht und in einen größeren kunsthistorischen Zusammenhang gestellt. Dabei geht es nicht nur um die Aufarbeitung der Vergangenheit, sondern auch um aktuelle künstlerische Positionen, die wichtige Impulse für gesellschaftliche Debatten liefern.

Ausstellungsansichten Wiener Moderne
© KMK, Foto: Agnes Winkler

Wiederentdeckungen und starke Stimmen

In der Landesgalerie Niederösterreich widmet sich die Ausstellung „Wiener Moderne. Weiblich. Widerständig“ der Künstlerinnenvereinigung Wiener Frauenkunst und ihrer Initiatorin Fanny Harlfinger-Zakucka. Die Schau beleuchtet den Kampf um Sichtbarkeit und Anerkennung, den Künstlerinnen bereits vor hundert Jahren führten. Gleichzeitig richten weitere Ausstellungen den Fokus auf bedeutende Künstlerinnen der Gegenwart. So beschäftigen sich die Arbeiten von Inge Dick mit Licht, Raum und Wahrnehmung, während Greta Schödl als Pionierin der visuellen Poesie Sprache zum künstlerischen Material macht. Die Werke der deutsch-iranischen Künstlerin Parastou Forouhar wiederum setzen sich mit Erinnerung, Identität und gesellschaftlichen Fragestellungen auseinander.

Kunstwerk Nature Lilli, Astrid Langer und Judith Lava
© Judith Lava / Bildrecht, 2026

Skulptur, Raum und gesellschaftliche Fragen

Auch die Kunsthalle Krems setzt einen Schwerpunkt auf Künstlerinnen. In der Dominikanerkirche Krems zeigt Soli Kiani noch bis Ende Oktober 2026 eine raumgreifende Installation, in der textile Materialien zu Trägern von Identität, Körperlichkeit und gesellschaftlichen Zuschreibungen werden. Ihre Werke thematisieren Herkunft und patriarchale Strukturen und machen die politische Kraft des Textilen sichtbar.

Ab November 2026 präsentiert die Kunsthalle Krems zudem die erste museale Retrospektive von Phyllida Barlow, in Österreich. Die britische Bildhauerin zählt zu den bedeutendsten Stimmen der zeitgenössischen Skulptur. Mit monumentalen Konstruktionen aus einfachen Materialien verwandelt sie Ausstellungsräume in eindrucksvolle Landschaften zwischen Improvisation, Masse und Bewegung.

Kunstwerk von Phyllida Barlow
© Phyllida Barlow Estate. Courtesy the Phyllida Barlow Estate and Hauser & Wirth, Foto: Ken Adlard

Kunstgeschichte neu lesen

Der verstärkte Blick auf Künstlerinnen erweitert unser Verständnis von Kunstgeschichte. Er macht deutlich, wie vielfältig künstlerische Entwicklungen tatsächlich verlaufen sind und welche Beiträge lange übersehen wurden. Die Kunstmeile Krems lädt dazu ein, diese Perspektiven zu entdecken und Künstlerinnen kennenzulernen, die Vergangenheit und Gegenwart der Kunst entscheidend mitgestalten.

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