Kunstwerk Blau unendlich mit blauen Lichtstreifen von Inge Dick

Inge Dick

Vom Licht berührt

© Inge Dick / Bildrecht, Wien 2026
14.03.2026 – 24.01.2027

Die Kunst von Inge Dick (*1941) entfaltet sich über Jahrzehnte hinweg als eine stille, aber radikale Untersuchung des Lichts. Ihre Arbeiten offenbaren, was dem bloßen Auge oft entgeht: die sanfte Veränderung des Tageslichts mit den Stunden des Tages, durch Regen, Nebel, Schnee oder eine Spiegelung im Wasser.

85. GEBURTSTAG VON INGE DICK

Portrait Inge Dick
© Inge Dick / Bildrecht, Wien 2026, Foto: Herman Seidl

Inge Dick zählt zu den international bedeutendsten Positionen im Bereich der zeitgenössischen experimentellen Fotografie und des Films. Durch ihre intensive Beschäftigung mit Malerei und Fotografie erkannte sie früh, dass Licht weder konstant noch neutral erfahrbar ist. Denn das natürliche Licht ist ein lebendiges Phänomen: Es verändert sich mit den Stunden des Tages, den Wetterlagen und den Jahreszeiten. 

Ihre Malereien, Foto- und Filmarbeiten sind poetische Protokolle des Lichts. Ihre künstlerische Entwicklung ist von einer tiefen Hingabe geprägt, das Unsichtbare sichtbar zu machen: die Verwandlung von Licht in Farbe, Zeit und Form. Ihre Forschungsarbeit zum Thema Licht wird von vier zentralen Prinzipien getragen, die das Grundgerüst ihres künstlerischen Denkens bilden: Zeit und Wahrnehmung, Serialität, geometrische Ordnung und Raster sowie Feinsinn und Präzision.

Die Werkschau in der Landesgalerie Niederösterreich führt erstmals alle Schaffensphasen der Künstlerin – von den 1960er-Jahren bis in die Gegenwart – in einer repräsentativen Auswahl zusammen. Die Retrospektive würdigt Inge Dicks vielschichtiges Lebenswerk und ist zugleich eine Hommage aus Anlass ihres 85. Geburtstags.

DIE POESIE DES LICHTS

Inge Dicks Werk ist ein visuelles Nachdenken über die Bedeutung des Lichts und eine ästhetische Meditation über das Vergehen der Zeit. Mit den Medien Malerei, Fotografie und Film führt sie vor Augen, wie kostbar jeder einzelne Lichtmoment sein kann.

Am Beginn ihres Schaffens stehen die mit der Spachtel gemalten, zunächst farbigen und dann ausschließlich weißen Bilder, die durch fein abgestufte Rasterstrukturen Licht an der Oberfläche sichtbar machen. Parallel dazu entstehen verschiedene Serien von Schwarz-Weiß-Fotografien, in denen wandernden Licht- und Schatteneffekte Thema der Bildgestaltung sind.

Licht ist ein Phänomen, das jedes Wesen zum Leben erweckt. Ohne Licht können wir nicht leben, es ist ein Geheimnis, es ist mein Thema.
Inge Dick

In den darauffolgenden Polaroid-Serien erweitert Dick ihr Spektrum: Licht wird nun direkt aufgezeichnet und durch Farbe sichtbar. In den späteren Digitalfilmen und der Serie „jahres licht weiss“ wird diese Praxis zur filmischen Meditation. In der jüngsten Werkserie der „goldenen Bilder“ wird das Licht nicht nur reflektiert, sondern selbst zum zentralen Akteur der Bildwirkung. So entfaltet sich von der Stille des Weiß bis zum Strahlen des Goldes ein künstlerischer Weg, der von der Idee des Lichts als zentralem Gestaltungselement getragen wird.

Über all diese Werkgruppen hinweg bleibt der Feinsinn der Künstlerin für Detail, Präzision und exakte Umsetzung unverkennbar. Ihre Bildfindungen basieren auf minutiöser Beobachtung, geduldiger Wiederholung und tiefem Vertrauen in die Eigenwirksamkeit des Lichts. Dass Inge Dick der Zen-Philosophie nahesteht, spürt man in der Konzentration auf das Einfache und Wesentliche. Diese Haltung verleiht ihrem Werk eine Kraft, die nicht laut auftritt, dafür aber lange nachwirkt und auf tiefgreifende Weise berührt.

ÜBER DIE KÜNSTLERIN

Inge Dick wurde 1941 in Wien geboren. Sie lebt heute in Innerschwand am Mondsee (OÖ). Von 1956 bis 1960 besuchte sie die Modeschule Hetzendorf, wo sie sich auf Ledergalanterie spezialisierte. Anschließend studierte sie zwei Semester in der Meisterklasse für Druckverfahren an der Akademie für angewandte Kunst in Wien. 

Die Künstlerin wurde bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem österreichischen Kunstpreis für Künstlerische Fotografie (2020) sowie dem Peter C. Ruppert Preis für Konkrete Kunst in Europa (2022). 2024 erhielt sie den Kunstpreis der heijo + gisela hangen-stiftung für ihr Lebenswerk.

Mit ihrem vielfältigen Werk leistet Inge Dick einen grundlegenden Beitrag zur abstrakten und konkreten Gegenwartskunst. Sie zählt damit auch zu den international bedeutenden Positionen im Bereich der zeitgenössischen experimentellen Fotografie und des Films.


Kuratorin: Gerda Ridler

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