Written Room bei PARASTOU FOROUHAR

PARASTOU FOROUHAR

Written Room

© Craft Contemporary Museum, LA, 2024, Foto: Farhang Foundation & Vafa Khatami
23.05.2026 – 21.02.2027

Ein Raum, in dem die Wände und der Boden mit einem dichten Geflecht aus persischen Schriftzeichen bedeckt sind. Von Hand aufgetragen werden sie zum Ornament, zum Ausdruck von Rhythmus und Musikalität. Mit „Written Room“ erschafft Parastou Forouhar (*1962) eine Installation, die durch ihre präzise Handarbeit eine unverwechselbare Atmosphäre entstehen lässt und zur übersprachlichen Verständigung einlädt.

WRITTEN ROOM ERSTMALS IN ÖSTERREICH

Written Room bei PARASTOU FOROUHAR
© Institut des Cultures D'Islam, 2017, Paris Foto: Marc Domage

Parastou Forouhar gehört zu den prominentesten Stimmen der iranischen Gegenwartskunst. In ihren Werken verbindet sie ihre persönlichen Erfahrungen als Exilantin mit einer künstlerischen Sprache, die über geografische und kulturelle Grenzen hinausreicht. Ihre Arbeiten sind geprägt von emotionaler Tiefe, politischer Reflexion und ästhetischer Klarheit.

Seit 1995 realisiert die iranisch-deutsche Künstlerin weltweit ihre Rauminstallation „Written Room“ in wechselnden Versionen – nun ist dieses eindrucksvolle Werk erstmals auch in Österreich zu sehen. Dabei überzieht Forouhar den weißen Ausstellungsraum in aufwendiger Handarbeit mit kalligrafischen Zeichen in schwarzer Farbe. Selbst bei Kenntnis des Persischen erweisen sich die Zeichen lediglich als Wortfragmente und Silben. Die Schrift verliert ihre Funktion als Informationsträgerin. Durch Überfülle und rhythmische Wiederholung wird sie zu einem Bildraum, der das Fremde ästhetisch transformiert. „Written Room“ schafft Platz für Fragen, Begegnung und übersprachliche Verständigung. 

Mich beschäftigt die Frage, wie ich mich als Künstlerin in einer Welt, die von Strukturen der Gewalt durchsetzt ist, positioniere, und welche Strategien ich entwickeln kann, um die daraus hervorgehenden Erkenntnisse und unsichtbaren Sachverhalte ins Bild zu bringen.
Parastou Forouhar

SCHRIFT ALS SINNBILD FÜR SPRACHVERLUST

In „Written Room“ spiegelt sich Forouhars eigene Erfahrung wider: Hier werden Schriftzeichen zu einem tiefgründigen Sinnbild für Sprachverlust und kulturelle Entfremdung. Seit 1991 lebt die in Teheran geborene Künstlerin in Deutschland. Der Verlust ihrer Muttersprache und ihrer Heimat ist ein schmerzlicher, persönlicher Hintergrund ihrer Arbeit. Der Schriftraum ist auch ein Erinnerungsraum – eine stille Hommage an die Sprache ihrer Kindheit, deren Zeichen sie festzuhalten versucht, obwohl sie zunehmend verblassen. Diese Anstrengung ist universell: Wir alle kennen das Bemühen, Vergangenes zu erinnern.

ÜBER DIE KÜNSTLERIN

Porträt PARASTOU FOROUHAR
© Sepehr Atefi

Parastou Forouhar gehört zu den festen Größen im deutschen und internationalen Kunstbetrieb. Sie wurde 1962 in Teheran, Iran, geboren. Von 1984 bis 1990 absolvierte sie ein Studium an der Kunstakademie der Universität Teheran und setzte ihre Ausbildung mit einem Aufbaustudium an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach fort. Seit 1991 lebt und arbeitet Forouhar in Deutschland. 

Von 2019 bis 2024 war sie Professorin der Gutenberg-Research-Fellowship für Freie Kunst an der Kunsthochschule Mainz. Im Frühjahr 2025 wurde Forouhar unter 1.300 Bewerbungen als Preisträgerin des renommierten deutschen Gabriele Münter-Preises ausgewählt. Sie wurde nicht nur für die bemerkenswerte Qualität ihres Schaffens geehrt, sondern auch für den Mut und die Konsequenz, mit denen sie sich für Freiheit, Menschenrechte und den Dialog zwischen Kulturen einsetzt.
 

Kuratorin: Gerda Ridler

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