JELENA PEJKOVIĆ

DARUNTER: Krems jenseits des Sichtbaren
Portrait Jelena Pejković
© KMK, Foto: Agnes Winkler

Die Kooperation zwischen AIR Niederösterreich und STEIN*STEIN eröffnet dem AIR-Programm einen erweiterten Wirkungsraum: einen Ort für künstlerisches Arbeiten, Experimentieren und öffentlichen Austausch. Als Dialogplattform schafft das Format Möglichkeiten für direkte Begegnungen zwischen den eingeladenen AIR-Künstler:innen, der lokalen Bevölkerung und regionalen Kunstvereinen. Künstlerische Prozesse werden dadurch in gesellschaftliche Zusammenhänge eingebettet und neue Perspektiven auf Kunst und Alltag eröffnet.

Mit dieser Kooperation erweitern wir AIR Niederösterreich um einen öffentlichen Resonanzraum. Sie schafft Sichtbarkeit für künstlerische Prozesse und fördert den direkten Austausch zwischen internationalen Künstler:innen und der regionalen Öffentlichkeit. Für mich ist dieser Dialog eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass Kunst gesellschaftliche Relevanz entfalten kann.
Klaus Krobath, Programmleiter Artist in Residence

Den Auftakt dieser Zusammenarbeit bildet eine Präsentation der visuellen Künstlerin und Architektin Jelena Pejković. Im Zeitalter von Algorithmen und maschinellem Lernen stellt sich die Frage: Was passiert, wenn man sich auf seine wertvollste Ressource verlässt – die eigene Aufmerksamkeit? Was lässt sich entdecken, wenn man einer scheinbar konventionellen, traditionellen und ernsthaften Architektur mit besonderer Sorgfalt begegnet? In „DARUNTER: Krems jenseits des Sichtbaren“ präsentiert die Künstlerin und Architektin Jelena Pejković eine Auswahl von Mixed-Media-Arbeiten, die während ihres Aufenthalts bei AIR Niederösterreich / ORTE Architekturnetzwerk Niederösterreich in Krems entstanden sind.

Krems ist Teil der UNESCO-Welterbestätte Wachau, einer Region mit außergewöhnlich schönen historischen Bauwerken, die sich hinsichtlich Typologie, Funktion, Form und Alter stark unterscheiden. Einige Kapitel der Stadtgeschichte sind jedoch unbestreitbar von dunklen Ereignissen geprägt. In ihren Zeichnungen nutzt Jelena die gegenständliche Darstellung der Architektur von Krems, um ein Gefühl für den Ort zu vermitteln. Mit dem abstrakteren Einsatz von Tinte, Farbe und Wasser deutet sie zugleich auf die vielschichtigen Ebenen hin, die sich unter den idyllischen Stadtansichten verbergen. Sie arbeitet überwiegend auf gefundenem Papier, das sie auf dem örtlichen Flohmarkt entdeckt hat, und weckt damit zusätzlich die Neugier der Betrachterinnen und Betrachter auf das, was unter der sichtbaren Oberfläche liegt. Mit ihren Arbeiten lädt sie dazu ein, über die äußere Erscheinung der baulichen Struktur von Krems hinauszublicken und das paradoxe Nebeneinander von Schönheit und komplexer Vergangenheit zu entdecken.

Jelena Pejković ist Architektin und bildende Künstlerin mit Sitz in Belgrad. Sie studierte an der Harvard University und erwarb ihren Master of Architecture am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Vor ihrer Rückkehr nach Belgrad arbeitete sie im Renzo Piano Building Workshop an Projekten wie dem Whitney Museum of American Art und den Harvard Art Museums. Jelena erforscht und zeichnet urbane und ländliche Orte auf der ganzen Welt – vom Balkan bis nach Bhutan. Ihre Arbeiten wurden unter anderem in China, Iran, Italien, Finnland, Montenegro, Norwegen, Serbien, Spanien, Schweden, Thailand und den Vereinigten Staaten ausgestellt.

Ausstellungseröffnung Jelena Pejković
© Jelena Pejković
Präludium zu DARUNTER: Krems jenseits des Sichtbaren

Als besonderer Auftakt beginnt die Ausstellung mit einem Präludium aus neuen Kompositionen des Komponisten und Klangkünstlers Lamtharn Hantrakul, die in einen Dialog mit Jelenas neuem Werkzyklus treten. Beide entstanden während ihres Aufenthalts bei AIR Niederösterreich in Krems.

Die Performance verwebt die parallele Entdeckung des Wachautals durch die beiden Künstlerinnen und Künstler, jeweils durch ihre eigene künstlerische Praxis. Ein Stück Treibholz, das am Ufer der Donau gefunden wurde, dient Jelena als Zeichenwerkzeug und Lamtharn zugleich als Quelle für Klangsynthese. Diese ortsspezifische Zusammenarbeit lädt das Publikum zu einem vielschichtigen Erlebnis aus Materialien, Bildern und Klängen ein.

Lamtharn „Hanoi“ Hantrakul (ลำธาร หาญตระกูล) ist Komponist, Programmierer und Regisseur und lebt in Bangkok, Thailand. Er schafft Musik- und Mixed-Media-Arbeiten, die Kultur und Ort auf neue Weise interpretieren. Seine Solo- und Gemeinschaftsprojekte wurden unter anderem auf der Bangkok Art Biennale (2022), dem Taiwan International Festival for the Arts (2024), INTUR (2024), dem Holland Festival (2025), dem Goethe-Institut Thailand (2025, 2026) sowie im Royal Opera House London (2026) präsentiert.

Vor seiner künstlerischen Laufbahn war er sieben Jahre lang als KI-Forscher bei Google und TikTok tätig. Lamtharn besitzt einen Bachelor of Science in Angewandter Physik sowie einen Bachelor of Arts in Musik von der Yale University und einen Master of Science in Musiktechnologie vom Georgia Institute of Technology.

Kooperationsausstellung von STEIN*STEIN und AIR – ARTIST IN RESIDENCE Niederösterreich

Ausstellungseröffnung: Fr, 24.07.2026, 18.00 Uhr

Veranstalter: 
Kunst & Kulturverein STEIN*STEIN
Steiner Landstraße 72
3500 Krems-Stein

Eintritt frei

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