Heekeun Kim

Portrait Heekeun Kim
© KMK

Die künstlerische Praxis von Heekuen Kim beginnt mit einem einfachen Akt: einen Raum zu betreten und so lange darin zu bleiben, bis sie spürt, wie er sie zurückstößt.

Sie interveniert, manchmal kaum wahrnehmbar, manchmal ganz manifest, in Umgebungen, die bereits ihr eigenes Gewicht tragen: Es kann eine alte architektonische Gewohnheit sein, eine gesellschaftliche Regel oder die leise Gewalt des Vertrauten. Was sie interessiert, ist nicht der Raum als Bild oder innerhalb eines Entwurfs.

Wenn Heekuen Kim über den Holzboden einer alten Kapelle geht, steigt das Knarren unter ihren Füßen zur Kuppel auf und kehrt wieder zu ihr zurück. Sie stellt sich vor, wie lange diese Verzögerung des Schalls gedauert hat. Das Knarren dieses Bodens ist das Protokoll einer aufgeladenen „Spannung“ – gleichsam die akkumulierte Spannung, die von den unzähligen Körpern hinterlassen wurde, die vor ihr hier standen.

Sie arbeitet mit dieser aufgeladenen „Spannung“ als Material. Sie konzentriert sich darauf, zu erfassen, was aus dem Körper herausfällt, wenn seine gewohnten Erwartungen gestört werden: Eine Wand, die wie ein Antipode dort liegt, wo eigentlich eine Schwelle sein sollte; die Schwingungsbreite, die sich in einem Raum im Inneren eines alten Schlosses öffnet, indem die Bewegung des Kniens und Bodenschrubbens aus ihrem eigenen Zuhause dort lebendig bleibt; oder das spielerische Handeln, eine ganze Straße zu blockieren und die Fußgänger:innen dazu einzuladen, eine öffentliche Toilette zu benutzen.

Die Unterscheidungen, die Heekuen Kim beschäftigen, sind keine visuellen. Sie liegen in den Zwischenräumen: zwischen dem Raum, in dem sie sich zu befinden glaubt, und dem Raum, den ihr Körper tatsächlich erkundet; zwischen dem Ort, den ein Bild vorgibt, und dem Ort, den die Masse ihres Körpers beweist.

Nationalität: Korea
Disziplin: Bildende Kunst
Aufenthalt: Session 6 (10.08.-13.09.2026)

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