Dagmar Buhr
Dagmar Buhrs Arbeiten werden ortsbezogen konzipiert und in situ umgesetzt. Sie setzen sich räumlich und inhaltlich mit ihren Ausstellungsorten, deren Identität und Umgebung auseinander. Häufig bewegen sie sich im Grenzbereich zwischen institutionellem und öffentlichem Raum beziehungsweise an der Schnittstelle von Innen- und Außenräumen, deren Funktionen und Zugänglichkeiten sie verschieben oder ineinander übergehen lassen und treten so in Kommunikation mit zufälligen Passant:innen.
Im öffentlichen oder halböffentlichen Raum – teils als Erweiterung institutioneller Ausstellungen – manifestieren sich ihre Arbeiten als Infiltrationen, die nicht auf Anhieb als Kunst erkannt werden müssen, doch erahnt werden können. Gemeinhin noch immer männlich konnotierte reale oder artifizielle Räume – wie Fußballstadion, Sexshop oder Herrenmagazin – werden mit Selbstverständlichkeit in Besitz genommen oder infiltriert, ohne dies dezidiert als feministische Akte zu postulieren.
Sprache, Texte, Wörter und Worte sind zentrale Elemente in Dagmar Buhrs künstlerischer Praxis: als Recherchematerial, als semantisches Material im Prozess der Fragmentierung und Neukontextualisierung sowie als Ausgangspunkt der visuellen Formfindung im jeweils gewählten Medium. Sprache wird zum bildnerischen Material, das – in eine klare Form gebracht – mit assoziativem Denken kontrastiert. Das Fehlende ist so relevant wie das Vorhandene. Sprache wird fragmentiert, neu kontextualisiert und den Assoziationsräumen der Betrachter:innen überlassen.
Zu ihren Ausstellungsorten zählen das Neue Museum Nürnberg, Kunsthalle Nürnberg, Neue Galerie Dachau, Neuer Kunstverein Regensburg, Lichtenberg Studios Berlin, das weisse haus Wien, Salzburger Kunstverein, Galerie 5020 Salzburg und das Deutsche Haus in New York. Sie erhielt ein Stipendium der Stiftung Kunstfonds; Kunst am Bau realisierte sie u. a. für das Jüdische Museum Fürth.
Nationalität: Deutschland
Disziplin: Bildende Kunst
Aufenthalt: Session 6 (10.08.-13.09.2026)