Eia Radosavljevic
Aspekte der Materialität und des Ortes haben das künstlerische Schaffen von Eia Radosavljević geprägt – sei es als Tänzerin auf der Bühne oder bei der Herstellung von Faserskulpturen oder gefilzten Formen, die als Hüte getragen werden. Dies war über zahlreiche Wechsel zwischen verschiedenen Kunstmedien hinweg der Fall. In den Vereinigten Staaten geboren, ist sie stolz darauf, estnische Staatsbürgerin zu sein. Seit Jahrzehnten ist sie Professorin an der School of the Art Institute of Chicago, Fulbright-Stipendiatin und häufige Gastdozentin an der Estnischen Kunstakademie.
In ihrem jüngsten Werk, das abstrakte Faserskulpturen und Texte (vor allem Lyrik) umfasst, erforscht sie ihr diasporisches Erbe als Erfahrungsgenealogie. Als künstlerische Forschung offenbaren die Materialien, die Texte und der Akt des Schaffens Konzepte innerhalb des Prozesses. In ihrem skulpturalen Schaffen entwickelt sich eine „konversationelle” Methodik, die sich vom menschlichen Körper zu den Oberflächen des Ateliers und wieder zurück bewegt. Taktile Handarbeit ist ein zentraler Faktor in Radosavljevics Kunst: Elemente verbinden sich, lösen sich, umhüllen, enthüllen, binden und befreien in einem unpraktischen Tempo, oft begleitet von den natürlichen Düften der Materialien. Ihre Kunst entsteht aus Freude, aber auch als Trotz und Widerstand.