Aufblühen auf der Kunstmeile Krems
Wer die Kunstmeile Krems besucht, spürt sofort: Hier lässt sich die Natur auf eine besondere Weise erleben – farbenprächtig, voller Überraschungen und mit trockenen Füßen.Aufblühen auf der Kunstmeile Krems
Ein Spaziergang durch die Natur gegen den Winterblues
Wer die Kunstmeile Krems besucht, spürt sofort: Hier lässt sich die Natur auf eine besondere Weise erleben – farbenprächtig, voller Überraschungen und mit trockenen Füßen. Eingebettet in das UNESCO Welterbe Wachau widmen sich aktuell zwei Museen mit drei Ausstellungen der Natur, den Pflanzen und unserer Beziehung zu ihr.
Unvergessliche Erlebnisse aus der Region
Dem Unvergesslichen – angelehnt an den Untertitel der Ausstellung – widmet sich auch der weitere Teil der Schau. An Wänden und auf Staffeleien platziert, zeugen getrocknete und gepresste Pflanzen von persönlichen Erinnerungen von Menschen aus dem Kremser Raum. Die begleitenden kurzen Erzählungen zu den konservierten Ereignissen reichen von humorvollen Anekdoten – etwa der Verwandlung eines Christbaums in eine Yuccapalme – bis hin zu Erlebnissen aus der Kindheit oder gescheiterten Beziehungen.
Die Geschichte der Pflanzen erleben
Woher stammt die Redensart „Geh dahin, wo der Pfeffer wächst“? Und warum ist im Supermarkt ausgerechnet die Banane auf der Waage meist unter der Taste Eins zu finden? Diesen Fragen und Begebenheiten aus dem Alltag geht die Ausstellung „Flower Power. Eine Kulturgeschichte der Pflanzen“ in der Landesgalerie Niederösterreich nach. Anhand von 18 ausgewählten Speise-, Nutz- und Zierpflanzen öffnet die Schau den Blick auf die vielschichtige Beziehung zwischen Mensch und Pflanze. Mehr als 400 Exponate treten dabei in einen sinnlichen Dialog zwischen Naturwissenschaft, Kulturgeschichte und Kunst.
Ein Beispiel ist die Tulpe: Das zeitgenössische Gemälde „Der Spekulant“ von Franziska Maderthaner greift die historische Tulpenmanie des 17. Jahrhunderts auf, den ersten dokumentierten Börsencrash der Geschichte. Ergänzt wird diese Perspektive durch historische Fliesen aus dem 16. Jahrhundert, die auf die religiöse und politische Bedeutung der Tulpe außerhalb Europas verweisen.
„Flower Power. Eine Kulturgeschichte der Pflanzen“ ist noch bis Mitte Februar 2026 in der Landesgalerie Niederösterreich zu sehen.
Humorvoll durch den Wald
Nur wenige Schritte weiter öffnet das Karikaturmuseum Krems seine Türen. Schon am Museumsvorplatz begrüßt ein freundliches Fassadengesicht mit roter Nase und Narrenkappe die Besucher:innen. Und spätestens in „Sehnsucht Wald. Geschichten und Karikatur“ wird klar: Hier wartet ein ganz anderer Blick auf die Natur. Über 130 Cartoons und Karikaturen nehmen das Verhältnis von Menschen und Natur humorvoll aufs Korn. Während Karikaturisten wie Bruno Haberzettl, Gerhard Haderer und Manfred Deix Jagd und Freizeitvergnügen im Visier haben, laden die Werke von Magic Card-Zeichner Mathias Kollros oder von Paul Flora in mystische Wälder und Märchenwelten ein.
Zwischen strickenden Jägern und einem aufblitzenden Bankomaten im tiefsten Wald bleibt die Kritik in den humorvollen Darstellungen nicht aus: Der Wald ist mehr als Kulisse. Immerhin sind rund 80 Prozent aller an Land lebenden Tier- und Pflanzenarten in Wäldern zuhause. Als eines der artenreichsten Ökosystem der Erde spielt der Wald eine zentrale Rolle für die Biodiversität und ist zugleich stark bedroht.
Rundumblick vom Hochstand
Die beste Aussicht auf die Themenschau „Sehnsucht Wald“ hat man übrigens vom Hochstand aus. Dieser ist inmitten der Ausstellung platziert und nur ein Element der originellen Gestaltung. Vorbei an Sinnesstationen zum Fühlen, Riechen und Hören sowie an den Tierpräparaten eines Bären oder eines Fuchses entfaltet sich das abwechslungsreiche Ausstellungserlebnis in Österreichs einzigem Museum für satirische Kunst. „Sehnsucht Wald“ verbindet Humor mit Haltung und eröffnet einen ebenso unterhaltsamen wie nachdenklichen Zugang zum Thema Wald.
Tipp: Wer als Familie den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht, dem bietet das Ausstellungshighlight für Klein wie Groß zum bekannten Waldmonster Grüffelo einen abwechslungsreichen Ausweg im Museum.
Drei Ausstellungen – Ein Ticket
Ob poetische Blumen, die Geschichte der Pflanzen oder bitterböse Karikaturen zum Wald – die Kunstmeile Krems zeigt die Vielfalt der Natur mit drei sehr verschiedenen Zugängen. Mit dem Super.Kombiticket lassen sich alle Ausstellungen bequem mit nur einem Ticket entdecken – perfekt, um dem Winterblues zu entkommen. Denn zwischen Kunst, Humor und Geschichten blüht die Natur auf und Museumsbesucher:innen finden eine willkommene Abwechslung zum grauen Winteralltag.
Naturschwerpunkt auf der Kunstmeile Krems
Regula Dettwiller. Unvergesslich
Bis 08.03.2026 | Landesgalerie Niederösterreich
Flower Power. Eine Kulturgeschichte der Pflanzen
Bis 15.02.2026 | Landesgalerie Niederösterreich
Sehnsucht Wald. Geschichten und Karikatur
Bis 01.07.2026 | Karikaturmuseum Krems