Karikaturfoyer
Humor als EisbrecherKarikaturfoyer
Humor als Eisbrecher
Wo Humor auf Humor trifft, da lässt es sich doppelt gut schmunzeln. In der St. Pöltner Bühne im Hof wird dieses Motto mit dem Karikatur-Foyer gelebt. In Kooperation mit dem Karikaturmuseum Krems begegnet hier gezeichneter Humor dem live dargebotenen.
Parallelen zur kritischen Zeichenkunst
Besonders mit dem Kabarett gibt es viele Parallelen zur kritischen Zeichenkunst. Was sie verbindet? Der gesellschaftspolitische Stellenwert. Eine humorvolle Zeichnung oder ein Text kann Themen, die sich spießen oder wehtun, ansprechen. Über Humor lassen sich Tabus aufbrechen. Oft wirkt er verbindend. Der Museumsdirektor erwähnt die aufgeregte Debattenkultur: „Wenn wir uns pausenlos in der eigenen Bubble befinden, ist das Akzeptieren einer anderen Meinung schwierig.“ Das Karikaturmuseum Krems sieht sich in einer Art Vermittlerrolle. Es gehe darum, die Diskussion aufrecht zu erhalten, „ohne eine andere Meinung gleich wegzuwischen“. Humor kann das Gemeinsame sein, der Weg, über den Menschen mit unterschiedlichen Ansichten wieder zusammenkommen. Das gilt für Kabarett wie Karikatur gleichermaßen.
Wir wohnen unter einem künstlerischen Dach. Durch Humor lassen sich Themen ansprechen, die die Gesellschaft nicht mehr aushält.
Gebündelte Kräfte der Satire
Auf den Punkt bringen und dahinter schauen, das schafft sowohl die Karikatur als auch das breite Spektrum der Kunst in der Bühne im Hof. Hauer vergleicht die tagespolitische Karikatur mit Stand-up-Comedy. Beides sei schnell, kreativ, gewitzt und gesellschaftspolitisch relevant. Denn: „Kritiklosigkeit ist das Ende der Demokratie“, betont Hauer.
Eine Künstlerin, der beide künstlerischen Ausdrucksformen liegen, hat als erste im Karikatur-Foyer ausgestellt: Stefanie Sargnagel zeichnet, schreibt und steht auf der Bühne. Die artverwandten Disziplinen ergänzen sich gut. Das Karikatur-Foyer verbindet hier zwei Medien mit ähnlicher Wirkung. Besser kann man den Moment des Wartens und der Vorfreude auf ein Kulturerlebnis nicht nutzen, als mit einem Appetithäppchen aus einer anderen Kunstform.
Aktuell zu sehen: Monika Ernst
Die derzeit ausgestellten Illustrationen von Monika Ernst' Buch "Vogelperspektiven - G‘schichten übers Miteinander" erklären humorvoll die Problematik von fehlender Toleranz – ein idealer Pausenabstecher oder eine charmante Einstimmung auf die Vorstellung in der Bühne im Hof.