Tom Korn
Seit vielen Jahren beschäftigt sich Tom Korn in seiner künstlerischen Arbeit mit der Architektur der Nachkriegsmoderne. Avantgardistische Betonbauten im ehemaligen Jugoslawien, Ferienanlagen an der Costa Blanca, Warenhausfassaden oder Ikonen des Brutalismus interpretiert er mithilfe verschiedener Techniken und Medien neu.
Am Anfang stehen stets Fotografien der Gebäude, aufgenommen während zahlreicher Reisen. Diese Bildvorlagen entwickelt er anschließend weiter – durch Handzeichnungen oder digitale Bearbeitung. Dabei extrahiert er architektonische Details oder verdichtet gebaute Strukturen auf ihr Wesentliches, sodass zweidimensionale Arbeiten entstehen, die durch akzentuierte Farbgebung eine dritte Dimension simulieren. Die Präsenz von Betonstrukturen kann, wenn sie zu grafischen Ornamenten oder Mustern reduziert wird, eine neue, von architektonischen Sehgewohnheiten losgelöste Perspektive eröffnen.
Parallel dazu entstehen skulpturale Objekte und Installationen zu unterschiedlichen Themen und an verschiedenen Orten: Zitate aus Beton, architektonische Visionen aus gefundenen Materialien, Intarsienarbeiten mit vielfältigen Werkstoffen oder Siedlungsstrukturen aus Kartonschachteln und Heißkleber.
In den vergangenen Jahren hat sich Tom Korn zudem intensiv mit verschiedenen Drucktechniken auseinandergesetzt. Ausgehend vom Siebdruck als Einstieg in die Druckgrafik erhielt er durch mehrere Stipendien und Werkstattaufenthalte die Möglichkeit, Hochdruck, Radierung, Risografie, Linolschnitt und Lithografie zu erlernen. Diese Techniken nutzt er für architektonische Experimente und Editionen.
Nationalität: Deutschland
Aufenthalt: Session 2 (23.02.-29.03.2026)