Bianca Pospischek
Bianca Pospischek arbeitet interdisziplinär in den Medien Skulptur und Zeichnung und untersucht sozio-somatische Beziehungen, um gängige Vorstellungen von Menschsein zu hinterfragen. Ihr biografisch geprägtes Interesse an Disability Studies, Körperoptimierung, posthumanistischen Theorien, Medizingeschichte, Science-Fiction sowie künstlerischen Strategien des Weltenbauens fließt dabei unmittelbar in ihre Praxis ein.
Zeichnung bildet das Zentrum ihres Schaffensprozesses und inspiriert häufig ganze Skulpturenserien und Ausstellungen. Künftig möchte sie Zeichnungen sowohl als autonome Werke wie auch als „Zeichnung als Skulptur“ stärker sichtbar machen. Für die Umsetzung von rund 29 Zeichnungen als Kaltnadelradierungen benötigt sie einen Arbeitsplatz mit Druckpresse, wie er in NIDA oder in Westport verfügbar ist. Die zugrunde liegenden Zeichnungen entstanden während zeitgenössischer Tanzperformances und verhandeln die Suche nach körperlicher Identität und deren Wechselwirkungen mit Gesellschaft, Umwelt und Technologie. Abstrahierte, aus Fragmenten zusammengesetzte Körperformationen suchen darin nach Verbindung; sie erscheinen porös, durchlässig und offen für das Fremde im Eigenen. Zwischen Kampf und Care, zwischen Verletzungsmacht und Verletzungsoffenheit untersucht Pospischek die Stärke von Vulnerabilität in der psychophysischen Verfasstheit des Menschen.
Austauschinstitution: Nida Art Colony
Aufenthalt: 01.08.2024-30.09.2024